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Welche Motive haben Menschen rechte Parteien zu wählen? Das ist eine komplexe Frage. Die kommende Mitgliederversammlung des Vereins Jugendwerkstatt Gießen e.V. möchte sich genau damit auseinandersetzen und gemeinsam Gegenstrategien überlegen. Das soll mit wissenschaftlicher Perspektive passieren. Prof. Dr. Dorothée de Nève vom Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen ist als Referentin geladen. Im Anschluss an ihren Vortrag sollen Erklärungshypothesen dafür besprochen werden, warum viele Menschen rechtsextreme Parteien wählen. Es soll erörtert werden, welche Gegenstrategien in der Arbeit der Jugendwerkstatt möglich sind.
Zum Hintergrund: Die Teilnehmerschaft der Jugendwerkstatt besteht überwiegend aus langzeitarbeitslosen Personen und aus Jugendlichen mit Problemen beim Übergang von der Schule zum Beruf. Ein erheblicher Teil der Teilnehmerschaft kommt aus den Gießener Stadtteilen Nord, West und Mitte, wo auch die Wahlergebnisse für die AfD zuletzt hoch waren.
Prinzipiell wirkt die Arbeit der Jugendwerkstatt rechten Tendenzen entgegen durch Qualifizierung und Ausbildung, durch Entwicklung von individuellen Perspektiven für eine berufliche Eingliederung und nicht zuletzt durch Unterstützung bei der individuellen (nachholenden) Persönlichkeitsentwicklung. Auch Ansätze für politische Bildung, z.B. vor Wahlen, wurden praktiziert. Mitarbeitende werden in der Sitzung davon berichten.
Sollten wir ihr Interesse geweckt haben, kommen Sie gerne am Montag, den 27.10.2025 um 17.30 Uhr in das Bistro der Jugendwerkstatt Gießen gGmbH. Die Vereinssitzung des Fördervereins Jugendwerkstatt Gießen e.V. ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Referentin Dorothée de Nève ist Politikwissenschaftlerin und seit 2015 Professorin für das Politische und soziale System Deutschlands und den Vergleich politischer Systeme an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Sie forscht zu Wahl-, Parteien- und Partizipationsforschung, Parteien in Zeiten der Neodemokratie, Staat-Bürger*innen-Beziehungen, Koalitionsforschung, politische Kommunikation, Gender-Studies, Politik und Religion, Korruption und Zivilgesellschaft und Governance. 2023 veröffentlichte sie eine Studie zum Thema "Hessen hat gewählt. Kurzanalyse der hessischen Landtagswahl 2023". In ihrem Artikel "Beharren statt nachgeben. Strategien gegen Rechts" in: HLZ Mitgliederschrift der GEW Hessen, Jahrgang 77, Heft 3, S. 16-17 kann man ggf. einen ersten Eindruck von ihren Ansätzen zur Fragestellung des Abends gewinnen. |