Jahreshauptversammlung des Fördervereins Jugendwerkstatt Gießen e.V.
Am 21.10.2026 kam Förderverein Jugendwerkstatt Gießen e.V. zu seiner Jahreshauptversammlung im Bistro der Jugendwerkstatt Gießen gGmbH zusammen.
Mirjam Aasman, Geschäftsführerin der Jugendwerkstatt Gießen gGmbH, berichtete zur aktuellen Situation.
Derzeit werden in der Jugendwerkstatt 16 Auszubildende ausgebildet. Zwei Personen schlossen in diesem Jahr ihre Ausbildung erfolgreich ab. Ein Auszubildender wird in Kooperation mit seinem Beschäftigungsbetrieb ausgebildet. Seine Ausbildung wird über Ausbildungspatenschaften mitfinanziert. 12 junge Menschen haben in diesem Jahr ihren Hauptschulabschluss nachgeholt.
Die wirtschaftliche Situation der Jugendwerkstatt beschrieb sie als angespannt. „Die Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen wurde bundesweit von den Geldgebern seit 2019 um 20 % reduziert. Gleichzeitig gibt es eine um 30 % höhere Anzahl an Langzeitarbeitslosen“, betonte Aasman.
Seit Jahren üblich ist auch ein inhaltlicher Vortrag, der die Sitzungen zu einem Austauschraum über inhaltliche Schwerpunkte der Jugendberufshilfe werden lässt.
Dipl. Psychologin Méline Wölfel stellte das Projekt „Jugend im Risiko“ vor. Viele der jungen Menschen, die für Berufsvorbereitung und Qualifizierung in die Jugendwerkstatt kommen, wiesen psychische und psychosomatische Beschwerden auf. Starke Ängste, Probleme in der Familie und in Beziehungen, erhöhte Fehlzeiten und geringe Konzentrationsfähigkeit verhinderten ein Lernen und eine Weiterentwicklung der Person, führte Méline Wölfel weiter aus. Die konkrete Schilderung ihres Arbeitsalltages in der Jugendwerkstatt ließen die Inhalte für die Zuhörende plastisch werden und machten deutlich, dass erfolgreiche Arbeit an dieser Schnittstelle mit einem hohen persönlichen Engagement verbunden ist.
Das Plenum und Méline Wölfel kamen zu dem Schluss „Nicht bearbeitete Hemmnisse behindern das Lernen.“
